Astron und Orama – In Statu Nascendi

Die Geburtsphasen dieses Blogs – eine kleine Etüde in Sachen Verbunddeutung.

Auch ein Astrologe konsultiert nicht vor jedem Schritt sein Horoskop – sondern macht erst mal was und schaut vielleicht später, was er da so angestellt hat …

Blog – Inkarnation 1

Den ersten Impuls, einen astrologischen Blog zu starten, gab es schon vor Jahren. Hier der Zeitpunkt des ersten Artikels, der damals spontan und unkalkulierterweise gewählt wurde (also ohne auf die Horoskop-Uhr zu schauen). Es blieb bei zwei Wortbeiträgen – danach ein 8 Jahre dauernder Dornröschenschlaf …

Der Sonnenverbund reicht von Haus 8 bis 11, also geht es um den Strukturblick auf den Ursprung der Welt. Es herrschte mit Mars-Uranus wohl eine Entscheidungsunsicherheit, zersplitterte Energie. Auf dem Boden eines Löwe-AC bestand wohl auch ein deutlicher Gestaltungsdrang, aber mit Anfang wie Ende des Verbundes im Anfangszeichen Widder in H9 kommt es zu keiner Gegenwart – alles schön anzuschauen, aber da das Konzept der Durchführung mit der Venus in 8 wohl diffus war, gab es entsprechend in der Gegenwart des siebten Hauses lediglich eine Leerform (Fische/Neptun aus 8).

Immerhin passt der ebenfalls spontan gewählte Name der Seite zu Haus 9 (siehe weiter unten). Aber die Zeit war wohl nicht reif.


Innen : Blog Inkarnation 1 – Außen: Inkarnation 2

Nach langer Zeit dann der plötzliche Entschluss, das Projekt wieder aufzunehmen (Horoskop im Außenkreis): Gradgenau zur Aktualisierung von Jupiter, Sonne und Saturn (rhythmische Auslösung und Transit), Merkur und Mond über Direktion. Der aktuelle Uranus steht am MC, Venus aus 10 und 3 am IC.


Blog Inkarnation 3

Nach dem Umzug auf eine andere Plattform pünktlich zum Sonnenstand auf 24 Waage (Milieuwechsel) hier der Zeitpunkt des ersten Blog-Beitrags.

Der Sonnenverbund reicht jetzt von H10 bis zu H7 – die Verbundrichtung hat sich umgekehrt, damit der Blickwinkel: Von Quadrant 4 nach Quadrant 3, vom Zeitlosen zur Zeit, vom Abstrakten zum Anschaulichen. Die Bestimmung der Dinge, soweit erklärbar und erfassbar – sucht einen Weg ins öffentliche Bewusstsein der Gegenwart.

Das erste Verbundzeichen Schütze beginnt in H10 und endet in H8 – es geht also darum, zu veranschaulichen, wie die Bestimmung sich in die Zeit fügt und sich als System installiert. Da der Schütze mit dem Steinbock im Rücken ein Prinzip in allen möglichen Ausprägungsformen und Gestaltungen sucht, ist hier eine Reichhaltigkeit der Bilder und Themen zu erwarten – man wird sehen. Der Schütze „sieht“ nicht nur Einzelnes, sondern denkt und „schaut“ in großen Zusammenhängen, will verstehen, wie sich etwas in der Welt fügt.

Astron (gr.) ist der Stern, Orama (gr.) die „Schau“, die Sichtung – Sternen-Schau also. Nomen est omen – da hat sich der Name wohl die passende Zeit gesucht.

In der Durchführung geschieht dies im zweiten Verbundzeichen Skorpion über Merkur und Venus, also Wort und Bild. Merkur im Skorpion entspricht Merkur-Pluto, dem Kenntlichmachen und Verbalisieren von Strukturen, seien sie verhindernd oder nicht. Die Pluto-Venus steht gerade an der Schwelle zwischen H8 und H7, verlässt also den vorbereiteten Speicher zur Orientierung und wird gegenwärtig. Die Position beider spricht dafür, dass sich im Bildspeicher einiges an Artikulation angesammelt hat, was in die Zeit drängt.

Merkur und Venus sind nicht frei in ihrer Artikulation, sondern wirken in einem skorpionisch beherrschten Bereich, dessen Pluto-Saturn in H10 auf staatliche Kontrolle hindeutet. Sich im Netz zu äußern, unterliegt natürlich systembedingten Begrenzungen und Regelungen – technisch wie rechtlich – und Tabus. Andererseits geht es offenbar darum, gerade dieses Problem des Saturn-Pluto in H10 zu benennen – dazu irgendwann später mehr (der lange Weg des Pluto durch den Steinbock seit 2008).

Die Sonne in H7 führt dies durch, in der Folge mit Mars in 7 in scharfer Weise, um etwas sichtbar zu machen und ins Bewusstsein zu holen.


Die Vorgeschichte und Thematik dessen, was hier anschaulich in die Zeit will, zeigt sich im ebenfalls rechtsläufigen Verbund des mundan vierten Tierkreisquadranten Fische-Wassermann-Steinbock, der sich von H1 bis H10 erstreckt und dem Sonnenverbund vorgelagert ist. Es geht also um die Realität hinsichtlich ihres Prinzips und ihrer Bestimmung. Der zum Fische-Ascendent gehörende Neptun steht mundan in seinem eigenen Zeichen, in diesem konkreten Fall dazu noch in H12, was zwar dem 12. Zeichen wie Prinzip entspricht, sich also als Bestätigung deuten ließe, dass es um die Reinheit des Prinzips an sich geht. Anderseits ist H12 auch der Ort des Verdrängten, nicht in die Zeit entlassenen – die allgemeine Zeitsituation ist also möglicherweise so gelagert, dass die äußere Welt nicht mehr ihrem naturgemäßen Prinzip entspricht bzw. dieses manifestiert. Der nicht gelebte Neptun provoziert den Mars, der das Verdrängte in aggressiver, potentiell zerstörerischer Weise als „Zorn des Poseidon“ in Erscheinung bringt. Dafür spricht der in H1 eingeschlossene Widder, das dem Fisch nachgeordnete zweite Ascendentenzeichen – d.h. es geht um eine Mars-Neptun-Situation, damit um chaotische Auflösungstendenzen im Realen, die offenbar sichtbar werden. Bereinung.

Das zweite Verbundzeichen Wassermann von H12 nach H11 holt das Verdrängte aus dem Bereich des Ungesagten und erscheint real im ersten Quadranten im Stier. Der Stier bezieht sich auf H2, damit auf das soziale System und dessen Konfiguration, das sich im Um- oder auch Abbruch befindet. Uranus im Stier ist die Aufhebung von Grenzen und Unterschieden, die Revolte, die Aufhebung der realen Existenzgrundlagen. Über den aktuellen Lauf des Uranus durch das Zeichen Stier seit 2018 demnächst vielleicht mehr.

Das dritte Verbundzeichen Steinbock endet in H10 – hier geht es um die Bestimmung, die durch den aus H8 kommenden Pluto offenbar vorstellungsmäßig überlagert und verhindert ist – bzw. eine Ideologie will allgemeinverbindlich – global – die Welt nach ihrem Gusto verregeln. Als drittes Verbundzeichen spricht dies dafür, dass das natürliche Prinzip der Welt, das außerhalb menschlicher Einflußsphäre wirkt, verhindert und verneint ist, was in zerstörerischen Umbruchprozessen Erscheinung wird.


Der für die reale Situation zuständige Verbund Widder-Stier-Zwillinge beginnt in H1 und endet in H4. Ausgangspunkt ist eine aggresive Veränderung der realen Welt, die ins öffentliche Bewußtsein dringt – im eigentlichen Sinne eine Zerstörung der Gestalt. Begleitet wird dies durch realen Umbruch des oben beschriebenen Uranus in H2. Die zugehörige Venus steht im Skorpion alias Venus-Pluto, also herrscht eine Ideologie des sozialen Zwangs. Das dritte Zeichen Zwillinge mit dem ebenfalls Skorpion-beherrschten Merkur wirkt sich auf H3 und H4, aus – das soziale System wird in seiner Ausübung ideologisch geregelt. Das Auswirkungsziel in H4 ist das Individuum und dessen Leben – d.h. es geht um das Verhältnis zwischen sozialer Herde und dem Einzelnen, zum Zwang des Kollektivs.


Der letzte Verbund von Krebs bis Jungfrau, zuständig für die Seelenlage des Individuums, reicht von H4 bis H7 – also wollen die außerpersönlichen Anlagen des oberen Wegs der Gestalt über das Subjekt gestaltet und publik werden. Der Mond im ersten Zeichen Krebs in Opposition zum Saturn spricht von Ungeborgenheit und Heimatlosigkeit – durch übergeordnete Regelungen bedingt – die sich im Übergang von H4 zu H5 Ausdruck verleihen wollen.

Das Mittelzeichen Löwe reicht von H5 nach H6, es geht also um das Lebensgefühl in sich verändernden Lebensbedingungen, was durch die Sonne artikuliert wird, im Zeichen der Waage über Bilder bewusst wird. Die dritte Phase in der Jungfrau trägt die Diagnose der Veränderung aus der subjektiven Sphäre ins Bewusstsein, um von H8 aus wiederum systematisch zu orientieren, vor Bedrohungen zu warnen.


Das Horoskop des Blogs beschreibt damit die allgemeine Zeitsituation bei seiner Entstehung – und die dahinterliegende Motivation, die aus dem Blickwinkel des Autors heraus entsteht. Die Welt ist offenbar aus den Fugen.

Dies ist nur ein kurzer Überflug – vieles wäre noch im Detail zu sagen, etwa über einen Sonnenstand auf 27 Waage, den Merkur auf SaMk, den Jupiter auf PlSoUr – lassen wir es erst mal dabei.

On verra – schau´n mer mal, dann seh´n mer scho´.